Reisen in die Türkei (2)
Montag, 31. März 2008 | Autor: mouchi
Meine ersten Eindrücke aus der Türkei sind im Artikel “Ausstellungsstücke” zu lesen. Ich möchte aber einen Schritt zurück gehen, denn auf der Fahrt nach Istanbul haben wir damals noch diverse andere Eindrücke gehabt. Auf der Fahrt nach Istanbul hatten wir Kontakt geknüpft mit Leuten aus der Stadt, die uns natürlich geholfen haben bei der Ankunft.
Total übermüdet landeten wir im Mısr Çarşısı, dem Ägyptischen Basar, erschöpft zwischen zwitschernden Vögeln, man hatte uns bedeutet, einfach erst einmal zu warten. Die Eindrücke waren fast zu viel und wir warteten wie die Lämmer auf der Schlachtbank, was passieren würde. Natürlich hatten unsere neuen Bekannten entfernte Bekannte, die ein Hotel besaßen und so landeten wir in einem sauberen Billighotel auf der asiatischen Seite von Istanbul. Es war ungewöhnlich, aber nicht unbequem, denn die Fähren in den europäischen Teil der Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten brauchten nicht lange und fuhren häufig.
Die Fahrt über den Bosporus war immer begleitet von Erinnerungen an Hero und Leander, den die Geschichte der beiden Liebenden soll sich hier abgespielt haben. Die Sage von der unglücklichen Liebe des durch das Meer getrennten Paares ist zum erstenmal von einem hellenistischen Dichter dargestellt worden. In Rom diente die traurige Begebenheit Ovid als Hintergrund für zwei leidenschaftliche Briefe der beiden Liebenden. Erst gegen Ende des 5. Jahrhunderts wurde der Stoff von dem Poeten Musaios der Nachwelt überliefert.
Zwei von Natur und Schicksal füreinander bestimmte Liebende finden sich endlich nach einigen Fährnissen. Nach kurzem, heimlichem Glück und nachdem sie sich ein paar Tage nicht sehen können, erkennen sie, daß ein Leben ohne die ständige Liebe des anderen sinnlos ist. Ihre Liebe duldet keine Trennung. Leander stürzt sich trotz großer Gefahr für sein Leben ins Meer, um zu der Geliebten zu schwimmen, und ertrinkt. Hero folgt ihm in den Tod.
An diese Geschichte erinnert der Leanderturm, auch wenn die ursprüngliche Liebesgeschichte zwar in der Nähe, aber nicht hier abgespielt haben soll.
Für ein paar Tage sollte dieser Turm unser Wegweiser zwischen Asien und Europa sein.
Foto: Mehmet Ergun Lizenz: Creative Commons Attribution ShareAlike 2.5
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Von seiner Abfindung als Bundeswehr Z8-Soldat hat sich mein Vater nicht nur eine Ausbildung als Buchhalter geleistet, sondern sich auch das erste Auto der Familie gekauft, einen VW Käfer ungefähr des Baujahres 1965. Die Farbe war irgendwie bordeauxrot, und der Wagen war neu, nicht so wie auf dem Foto mit fehlenden Chromzierleisten. Irgendwann auf der Rückkehr nach einem Besuch bei meinen Großeltern in Lübeck blieb der Wagen dann ca. im Jahr 1970 auf der Autobahn zurück nach Hamburg stehen. Diagnose: Motorschaden.
Er rennt, läuft weg. Läuft, weiß, er muss laufen, mit baren Füßen im Sand. Immer weiter, weiter, nur fort, fort, fort. Die Landschaft öffnet sich nicht, immer nur Sand, Sand, Sand. Und laufen, laufen. Halt, warum laufen? Nein, das kann es nicht sein. Sich wehren, die MP rausholen, zurück schießen. Schießen? Nein, nein, nein. Es hilft nicht, es kommt kein Schuss. Weiter, laufen, weiter. Zur Oase? Zur Oase.
Heute ist die Türkei ja so etwas wie ein Billigurlaubsland und die Strände sind mit international standardisierten Hotelbauten zugepflastert. Damals war das alles noch anders. Als Studentin von Geschichte und Kultur des Vorderen Orients wollte sie unbedingt eines der Länder besuchen, und die Wahl fiel auf das nahe liegendste, die Türkei.
Zum Fest der Eier, auch Ostern genannt, ist es nur zu natürlich, dass neues Leben entsteht. Und ich will dazu mein Teil dazutun, in dem ich dieses Blog zum Leben erwecke. Ich stelle mir vor, hier all das zu hinterlassen, was über mein tägliches Leben hinaus geht, also weniger ein Tagebuch, mehr eine Gedankenwiese. Auf denn, ich bin gespannt!


