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Altona Altstadt

Mittwoch, 21. Januar 2009 | Autor: mouchi

AltbeukücheNach einem Jahr in England waren wir glücklich, von einem Verwandten des Freundes meiner Schwester (oder war er damals schon mein Schwager?) diese kleine Altbauwohnung in Hamburg-Altona übernehmen zu können. Die Straße war eine etwa 40 m lange Sackgasse mit vier Hausnummern, kopfsteingepflastert. DIe Wohnung lag im Erdgeschoss, 2 Zimmer, Küche und WC mit Dusche, alles zusammen weniger als 40 qm, man kann sich also die Größe der Zimmer vorstellen, vor allem wenn ich noch den Fakt nachschiebe, dass die Küche der größte Raum war.

Die Miete war attraktiv gering, auch für die Verhältnisse Anfang der 70er, wenn ich mich recht erinnere, waren es beim Einzug 88 DM (nach jetziger Währung etwas mehr als 45 Euro). Die monatliche Stromrechnung war teurer, denn außer einem Kohleherd in der Küche hatte die Wohnung keine Heizungsmöglichkeit, wir heizten also mit elektrischen Ölradiatoren, Tagstrom natürlich. Hervorstechendstes optisches Merkmal war die Tapete, ein großflächiges gelb-braunes Muster, typisch für die Zeit.

Die Einrichtung wurde studentisch improvisiert, unbehandelte Spanplatten wurden zu Regalen zusammengeschraubt, ebenso bestanden die beiden Schreibtische aus Spanplatten mit angeschraubten Beinen, an Formaldehydausdünstungen hat damals noch niemand gedacht. Die kombinierten Bettsofas waren zusammen gestellt aus den typischen dreiteiligen Matratzen der Ehebetten aus den 50er und 60ern. Highlight der Zusammenstellung waren zwei Stahlrohrsessel mit Cordkissen, in grellem Orange.

Immerhin gab es warmes Wasser, die fast fertig gebaute Dusche (unterhalb konnte man in den Keller sehen) und das Waschbecken im Bad wurden von einem Durchlauferhitzer gespeist, das einzelne Porzellanabwaschbecken in der Küche von einem 5-Liter-Speicher versorgt. Da passt es natürlich auch, dass der Küchentisch und die zwei Stühle aus den frühen 60ern stammten.

In dieser Wohnung, später nur teilweise renoviert, habe ich etwa 10 Jahre gewohnt, allerdings entspannte sich die Situation später durch die Anmietung einer etwas größeren Wohnung im ersten Stock des gleichen Hauses. Es entspannte sich aber nur die Wohnsituation, die Paarsituation spitzte sich zu und alles führte irgendwann Anfang der 80er dazu, dass ich in einer Nacht- und Nebelsituation meine Sachen zusammen sammelte und in einen anderen Stadtteil zog.

Dazu ein andermal mehr.

Foto: Deutsches Bundesarchiv (German Federal Archive), Bild 183-31446-0002, Lizenz: Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0 Germany. Vielleicht ist es kein Zufall, dass dies ein Bild aus Ostberlin in den 60ern ist. Die Frau passt ganz und gar nicht, aber Becken und Wasserbereiter kommen schon ganz gut hin.

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Thema: Erinnerungen

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