Le Grand Mamamouchi
Der Bürger als Edelmann (Le Bourgois gentilhomme) ist eine Ballettkomödie von Jean-Baptiste Molière (Jean-Baptiste Poquelin 1622–1673) und dem Komponisten Jean-Baptiste Lully, wohl das früheste amüsante Musical der Theatergeschichte.
Der wohlhabende, aber ziemlich einfältige Geschäftsmann Monsieur Jourdain in Paris möchte gern ein Adelsangehöriger werden, da ihm sein bürgerliches Dasein missfällt. Um sich als künftiger adeliger Edelherr zu bilden, stellt er einen Musiklehrer, einen Tanzlehrer, einen Fechtmeister und einen Philosophen und auch einen Schneider mit seinen Gesellen an. Seine hübsche Tochter Lucile will er zur Marquise machen, indem er versucht, sie mit einem Edelmann zu vermählen, aber Lucile liebt Cléonte, einen gutbürgerlichen Kaufmann, den sie wider den Willen des Vaters heiraten will. Er selbst verliebt sich in eine elegante Marquise und wirbt manierlich, indem er sie reichlich beschenkt. Dorante, ein verarmter Edelmann, intrigiert bei dem Liebeshandel mit der verehrten Marquise Dorimène und deckt seine eigenen Schulden ab. Jourdains Ehefrau kritisiert seine alberne Mildtätigkeit und ahnt, dass das adelige Paar ein falsches Spiel mit ihm und seinem Geld treibt. Jourdain, der edelmännische Bürger, wird schließlich das Opfer eines raffinierten Familienkomplotts. Cléonte begreift, dass er Lucile nur dann ehelichen kann, wenn es Monsieur Jourdain erlaubt, und so tritt er nun als Sohn eines hoheitlichen türkischen Gesandten auf, um schließlich die Heirat zu erwirken. In einem festlichen Akt wird Monsieur Jourdain letztendlich zum Mamamouchi ernannt und eine doppelte Hochzeit gefeiert, denn auch das Kammerfräulein der Lucile hat den rechten Ehemann, den Kammerdiener des Cléonte, gefunden.
Die Komödie ist eine gesellschaftliche Satire aus der Zeit Molières und handelt in Paris. Die Figur des Bürgers ist typisch für die französische Hypokrisie, aktuell aber auch heutzutage, da der Typ des Bürgers noch lange lebt. Die Komödie erwirkt genau das, was Molière beabsichtigte: es ist besser, man lacht und lebt als sich vor lauter Gram zu ärgern und lästig zu werden.
Eine meiner frühere Freundininnen hat mir in Anlehnung an den großen Mamamouchi den Spitznamen mouchi verpasst, unter dem ich hier schreibe.




