Trampen (3)
Montag, 19. Mai 2008 | Autor: mouchi
Die dritte und auch letzte Tour führte uns dann nach Frankreich. Mit Gitarre und Rucksack sollte uns der Weg letztlich nach Avignon führen, aber der Weg dahin war beschwerlich. Irgendwo in der Nähe von Dijon steckten wir total fest, aber darüber habe ich schon früher berichtet.
Avignon im Sommer war damals ein beliebtes Ziel, die Jugendherberge war total überfüllt und so hatten sie ein großes Zelt als Erweiterungsbau installiert, ein Zelt, in dem dann 20, 30 oder 40 junge Männer auf Feldbetten übernachten konnten.
Damals musste man in Frankreich Baguette, Käse und Rotwein geniessen, und ich glaube mich daran zu erinnern, dass wir genau das unter der berühmten Brücke genossen haben, sozusagen ein “Petit Dejeuner sur le Pont d’Avignon”.
Ein anderes Highlight war eine Ausstellung des Spätwerkes von Picasso, bei dem man den Eindruck haben konnte, dass er im Alter an nichts anderes als nackte Frauen und Vaginas denken konnte. Und ich als noch etwas naiver 18-Jähriger stand staunend, vielleicht auch ein wenig abgestossen vor diesen großformatigen Fotzenbildern, ein anderes Wort wäre sicher nicht angemessen.
Den Rückweg nahmen wir über die Schweiz, erinnern kann ich mich an das Land nicht, aber das ist mir mit der Schweiz immer irgendwie so gegangen. Der Wiedereintritt nach Deutschland ist mir dann allerdings genau in Erinnerung. Für die kleinbürgerlichen, wohl etwas gelangweilten Zollbeamten war ich ein dankbares Objekt zum Filzen, man konnte ja mal schauen, ob Drogen im Spiel waren. Also wurde mein Rucksack ganz gründlich zerlegt.
So richtig ernst war das allerdings nicht gemeint, denn in meiner Gitarre hätte ich kiloweise Stoff transportieren können, denn die wurde einfach nicht beachtet.
Irgendwie kamen wir dann letztlich über Freiburg mit dem Besuch des Münsters wieder zurück nach Hause, aber die Erinnerungen sind nicht so lebhaft, vielleicht war es dann nur konsequent, dass es die letzte Tour als Hitchhiker war.
Foto: ChrisO Lizenz: GNU Free Documentation license
Thema: Erinnerungen | Ein Kommentar

Offensichtlich werden Käsefondues wieder modern. Jedenfalls habe ich letzte Woche in London wieder mal eines genossen und das rief natürlich Erinnerungen wach an eine Zeit, als so etwas sehr exotisch war.


